Untersuchungen im Tiefen Brunnen von Birkenreuth

Das Brunnenhaus von Birkenreuth (Foto: Uli Kunz)<br>

Das Brunnenhaus von Birkenreuth (Foto: Uli Kunz)

Das heute als wildromantisch empfundene und touristisch stark frequentierte Karstgebirge der Fränkischen Schweiz war noch in jüngerer Vergangenheit durch eine extreme Wasserarmut gekennzeichnet, unter der die Bevölkerung auf der gesamten Albhochfläche jahrhundertelang zu leiden hatte. In den 40er Jahren des 19. Jahrhunderts traten deutschlandweit extreme Witterungsverhältnisse auf, welche die harten Lebensbedingungen und die ständige Wassernot auf der fränkischen Karsthochfläche massiv verschärften. Die Wetterkapriolen führten auf der Albhochfläche vereinzelt zum Bau von kostspieligen Trinkwasserbrunnen wie dem „Tiefen Brunnen“ von Birkenreuth. Heute zeigt das mit damals immensem Aufwand erschlossene Karstwasser die massiven qualitativen Beeinträchtigungen an, die mit den Düngemaßnahmen und der Entsorgung von „Gärresten“ im Zuge des großflächigen Anbaus von „Energiepflanzen“ verbunden sind.

Unterstützung durch die Bergwacht Bayern Vorbereitungen Konzentration vorm Tauchgang Ab in den Schacht Wasserproben werden genommen Dokumentation des Brunnenschachts Brunnen bei Nacht Das Team

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Zur Klärung der geologisch/hydrologischen Verhältnisse und der Baugeschichte des „Tiefen Brunnen“ von Birkenreuth untersuchten wir (Forschungstaucher der AMLA/Kiel) Anfang April 2014 zwei Tage lang in insgesamt sieben Tauchgängen den Brunnenschacht. In Kooperation mit dem GZN Erlangen wurden der Brunnen aufgenommen und dokumentiert sowie Gesteins- und Wasserproben entnommen und in den Labors des GZN analysiert. Die Untersuchungen hatten zum Ziel, Erkenntnisse zum Aufbau des Brunnen zu erlangen und eine geologische/hydrologische Aufnahme der im Brunnenschacht aufgeschlossenen Malmschichten zu dokumentieren. Die Arbeiten umfassten die Vermessung des Schachts samt den dort aufgefundenen Rüstlöchern und den Karsthohlräumen. Die Ergebnisse der Untersuchung finden Sie unter Publikationen.