Untersuchungen im Tiefen Brunnen zu Nürnberg

Forschungstaucher und Höhenretter kurz über der Wasseroberfläche (Foto: Uli Kunz)

Forschungstaucher und Höhenretter kurz über der Wasseroberfläche (Foto: Uli Kunz)

Im Auftrag der Bayerischen Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen untersuchten wir (Forschungstaucher der AMLA/Kiel) in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege 2012-2014 den Tiefen Brunnen der Kaiserburg in Nürnberg. Darüber hinaus wurden der Brunnenschacht dokumentiert sowie geologische Gesteins- und Wasserproben entnommen. Dies geschah in Kooperation mit dem Geozentrum Nordbayern der FAU Erlangen-Nürnberg. Initiiert wurde das Projekt von Prof. Dr. Hans Fricke. Ich war für die Taucheinsatzleitung sowie die Auswertung der archäologischen Untersuchung zuständig.

Konzentration vorm Tauchgang Forschungstaucher bei der Arbeit Forschungstaucher und Höhenretter kurz über der Wasseroberfläche Eisenstatuette der Heiligen Kunigunde Herr Söder zu Besuch Höhenretter der Berufsfeuerwehr Nürnberg

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Brunnen waren Grundvoraussetzung für die Nutzung von mittelalterlichen Burganlagen. Ohne die ausreichende Versorgung der Bewohner mit Trink- und Brauchwasser hatte eine Burg keinen praktischen Nutzen.

Der gut erhaltene Tiefe Brunnen der Kaiserburg zu Nürnberg ist ein einzigartiges Dokument der Technikgeschichte und früher Ingenieurbaukunst.

Durch die (Tauch-)Untersuchungen konnten neue Erkenntnisse zu seiner Baugeschichte (Vermessung des Brunnenschachts samt Rüstlöcher und Reinigungsnische) gewonnen werden. Die geologischen und hydrologischen Daten werden Rückschlüsse auf die historische Wasserversorgung der Stadt Nürnberg sowie der Burg liefern. Das geologische Profil durch den Tiefen Brunnen gibt Aufschluss über die Schichtenfolge des hier zu Grunde liegenden mittleren Keupers (Trias). Die Ergebnisse der Untersuchung finden sie unter Publikationen.