Hedvig Sophia (1715)

Forschungstaucher beim Vermessen des Bugbereichs (Foto: Florian Huber)

Forschungstaucher beim Vermessen des Bugbereichs (Foto: Florian Huber)

Die Hedvig Sophia war ein schwedisches Kriegsschiff, das im Jahr 1715 während des Großen nordischen Krieges in der Seeschlacht von Fehmarn schwer beschädigt wurde. Da ein Ausbruch aus der Schlachtformation aufgrund ungünstiger Winde jedoch nicht möglich war, entschloss man sich, die eigenen Schiffe am Ausgang der Kieler Förde zu versenken, um sie nicht in dänische Hände fallen zu lassen. Die Masten wurden gekappt und sämtliche Kanonen und Geschosse über Bord geworfen, bevor man die Hedvig Sophia auf Grund laufen ließ. Die anderen Schiffe hingegen gelangten in dänische Gewalt, da Kapitän Peter Wessl den Plan durchschaut und damit gedroht hatte, die schwedischen Seeleute im Falle der Selbstversenkung ihrer Schiffe zu töten.

Arbeitsplattform Kanonenkugel Holzblöcke der Takelage Forschungstaucher beim Freilegen des Wracks Bergung eines Traubhagelgeschoßes Vermessungsmarker Dreharbeiten zur Dokumentation: Kampf um die Ostsee

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Obwohl ein Berufstaucher bereits im Jahr 1970 zwei unterschiedliche Kanonen gefunden hatte, wurde das Wrack erst im Jahr 2008 von Tauchern entdeckt und im darauf folgenden Jahr von Archäologen identifiziert. 2009 gab es eine erste Voruntersuchung durch Forschungstaucher der AMLA/Kiel. 2010 und 2011 wurde die gesunkene Hedvig Sophia in Zusammenarbeit des Institutes für maritime Archäologie der süddänischen Universität in Esbjerg, dem Institut für Ur- und Frühgeschichte der CAU Kiel und dem Landesdenkmalamt Schleswig-Holstein weiter untersucht. Das Wrack wird nicht gehoben und steht mittlerweile unter Denkmalschutz.

Während der Untersuchungen 2009 und 2010 war ich sowohl Einsatztaucher als auch Taucheinsatzleiter. 2010 entstand in Zusammenarbeit mit Spiegel TV die preisgekrönte Dokumentation »Kampf um die Ostsee – das Wrack der Hedvig Sophia«.