Das Seegefecht vor Helgoland

Die SMS Mainz sinkt

Die SMS Mainz sinkt

Am 28. August 1914 kam es zwischen der britischen Royal Navy und der deutschen Kaiserlichen Marine westlich der Insel Helgoland zu einem Gefecht, das den weiteren Verlauf des Ersten Weltkriegs beeinflussen sollte: Das »Seegefecht bei Helgoland« endete mit einem klaren Sieg der Briten. Die Deutschen hatten die drei Kleinen Kreuzer SMS Mainz, SMS Ariadne, SMS Cöln, das Torpedoboot V 187 sowie über 700 Mann verloren, während bei den Briten lediglich die HMS Arethusa schwer beschädigt worden war.

SMS Ariadne

SMS Ariadne

Kutterwrack der SMS Coeln

Kutterwrack der SMS Coeln

Mit Hammer und Brechstange haben niederländische Taucher das Wrack der SMS Mainz vor Helgoland geplündert und im Sommer diesen Jahres mit ihren Errungenschaften auf Facebook geprahlt. Bereits im Jahr 2011 besuchten die Holländer das versunkene Schiff, wobei sie ihre rabiate Vorgehensweise in einem Video festhielten und auf YouTube veröffentlichten. Für ihre Tat müssen sie sich nun wegen Diebstahls und Störung der Totenruhe vor Gericht verantworten und mit empfindlichen Strafen rechnen. Rein rechtlich gehören Kriegsschiffe nämlich auch nach ihrem Untergang weiterhin dem Land, unter dessen Flagge sie fuhren. In diesem Fall ist die „Mainz“ Eigentum der Bundesrepublik Deutschland als Rechtsnachfolger des Deutschen Kaiserreichs. Und da 89 Soldaten mit ihr untergegangen sein sollen, gilt das Schiff nach Internationalem Recht als Seekriegsgrab.

Bedeutung von Weltkriegswracks für die Historische Archäologie

Über 10.000 Schiffe sind laut UN-Kulturorganisation Unesco während des Ersten Weltkriegs gesunken. Sie liegen nun weltweit verteilt auf dem Meeresgrund. Bei diesen Wracks – auch denen des Zweiten Weltkriegs – handelt es sich um sehr komplexe archäologische Fundstellen. Sie stammen aus unterschiedlichen Nationen, liegen in verschiedenen Wassertiefen und repräsentieren eine Vielzahl an Schiffstypen und Bauarten. So finden sich unter den Wracks große Flugzeugträger genauso wie japanische Mini-U-Boote, in denen nur zwei Mann Platz hatten.

Einige dieser archäologischen Fundstücke – etwa die UC 71, ein deutsches U-Boot, das ebenfalls vor Helgoland liegt und seit 2012 unter Denkmalschutz steht – sind gut erhalten, allerdings wurde die Mehrzahl der Schiffe durch kommerzielle Bergung, Plünderung, Verschrottung oder Grundschleppnetzfischerei schwer beschädigt oder zerstört.

Wracks des Ersten Weltkriegs sind eine bedeutende historische Quelle; viele von ihnen zeigen den hohen Stand der Technik des 20. Jahrhunderts auf. Sie sind Zeugen einer der größten Konflikte der jüngeren Geschichte. Die meisten von ihnen sind darüber hinaus Kriegsgräber, in denen noch immer menschliche Überreste ruhen. Neben der Bewahrung und wissenschaftlichen Erforschung dieser Fundstellen ist es deshalb wichtig, ein öffentliches Bewusstsein für dieses sensible Thema zu schaffen. Der Schutz dieser Fundplätze unter Wasser ist zudem wesentlich, um an die Schrecken des Krieges und dessen Geschichte zu erinnern.
Bei einer Tagung der Unesco, bei der der Beginn des Ersten Weltkriegs im Mittelpunkt stand, stimmten im Juni 2014 alle Teilnehmer aus verschiedenen Nationen für die Unterschutzstellung der Wracks aus den beiden Weltkriegen. Somit fällt dieses kulturelle Erbe unter die »Convention on the Protection of the Underwater Cultural Heritage« der Unesco.

Kampagne 2017

Im Sommer 2017 planen wir in enger Zusammenarbeit mit dem Museum Helgoland und dem Deutschen Marinebund eine erste Expedition zur den Untergangsstellen der SMS Mainz, SMS Cöln, SMS Ariadne sowie des Torpedoboots V 187. Dabei sollen die Wracks zunächst eindeutig lokalisiert und identifiziert werden, bevor eine umfangreiche Foto- und Videodokumentation wichtige Informationen über den Zustand der Schiffe geben soll.

Eine eigene Homepage informiert über das Projekt: www.seegefecht-helgoland.de